Das Internet der Dinge ist nicht mehr wegzudenken. Bald werden all unsere Haushaltsgeräte virtuell miteinander vernetzt sein. Fernseher, Uhren, Alarmanlagen, Autos und sogar Kühlschränke werden mit dem Internet verbunden sein. Sie werden fast alles über uns wissen, um uns das Leben zu erleichtern. Cisco, einer der weltweit größten Anbieter von IT-Lösungen, glaubt, dass es im Jahre 2020 bis zu 50 Milliarden internetfähige Geräte geben wird. Ein Bericht des US-amerikanischen Meinungsforschungsinstituts Pew Research Center besagt, dass wir uns 2025 daran gewöhnt haben werden, dass die Geräte, die wir nutzen, unsere Gewohnheiten kennen.

Ungeachtet der Vorteile, die sie Nutzern und Herstellernbieten werden, gibt es eine weitere Gruppe, die von den Informationen profitieren könnte, die wir übermitteln: Cyberkriminelle. Wenn das Internet nicht länger auf unseren Computer oder unser Telefon beschränkt ist, wenn sogar unser Kühlschrank weiß, was wir einkaufen müssen, oder unser Herzschrittmacher das Krankenhaus darüber informiert, wie unser Herz schlägt, dann öffnet sich für die Cyberkriminellen eine neue Welt an Möglichkeiten.smartphones-and-computers-table

Die US-amerikanische Bundeshandelskommission (FTC) hat im Zusammenhang mit dem Internet der Dinge ebenfalls Bedenken im Hinblick auf Datenschutzprobleme geäußert. Sie hat die Hersteller internetfähiger Geräte gebeten, besondere Anstrengungen zu unternehmen, um die Bedeutung der Sicherheit nicht zu vergessen. „[Das Internet der Dinge] hat das Potenzial, den Verbrauchern riesige Vorteile zu bieten. Aber es hat auch erhebliche Auswirkungen auf den Datenschutz und die Sicherheit“, warnte die Vorsitzende der FTC, Edith Ramírez, auf einer Fachmesse für Unterhaltungselektronik in Las Vegas.

Hersteller müssen gezielte Sicherheitsmaßnahmen ergreifen

Ramírez empfiehlt den Herstellern, drei Maßnahmen einzuführen, um die internetfähigen Geräte weniger angreifbar zu machen:

  1. Schon bei der Entwicklung der Geräte sollte ein Sicherheitskonzept implementiert werden, unter Verwendung von Datenschutztests und sicherer Verschlüsselung.
  2. Die Geräte sollten so konzipiert sein, dass sie nur die Informationen speichern, die sie benötigen.
  3. Kunden sollten darüber informiert werden, welche Daten bei der Nutzung der Geräte übertragen und verwendet werden.

Hackerangriffe auf internetfähige Geräte können verschiedene Ziele haben: erstens, spezielle Nutzerdaten zu stehlen, zweitens, Gerätehersteller zu schädigen, drittens, jemandem persönlichen Schaden zuzufügen. Ebenso könnten Geheimdienste oder privatwirtschaftliche Unternehmen daran interessiert sein, bestimmte Informationen auszuspionieren.

Vielfältige Gefahren lauern im Internet der Dinge

Welche Gefahren lauern also konkret im Internet der Dinge? Laut Experten eröffnet die zunehmende digitale Vernetzung unseres Alltag beispielsweise eine neue Dimension technischer und körperlicher Angriffe: So haben Hacker bereits bewiesen, welch immensen Schaden gehackte medizinische Geräte wie Insulinpumpen oder Herzschrittmacher beim Nutzer anrichten können.

Eine Zunahme wird auch hinsichtlich der Verletzung der persönlichen Datensicherheit prognostiziert. Durch das Ausspionieren und Sammeln von Daten, die auf den internetfähigen Geräten gespeichert sind, wird unsere Privatsphäre kompromittiert. Das Nutzerverhalten jedes einzelnen Kunden lässt sich so problemlos nachvollziehen. Der Trend zum „gläsernen Kunden“ schreitet unaufhaltsam voran.  Denn sowohl Geheimdienste als auch privatwirtschaftliche Unternehmen sind daran interessiert, Informationen über bestimmte Nutzer zu sammeln.

Eine weitere Gefahr lauert in Angriffen auf die Sicherheit unseres Zuhauses. Durch die Anwendung von Schadprogrammen könnten Hacker beispielsweise die Daten auf unserem smarten Stromzähler ausspionieren. Anhand der Verbrauchszahlen könnten sie dann sehen, wann jemand zu Hause ist und wann nicht, um in unserer Abwesenheit in aller Ruhe bei uns einzubrechen.

Wie kann das Internet der security-on-the-cloudDinge sicherer werden?

Was ist also zu tun? Um die Sicherheit der internetfähigen Geräte zu verbessern, müssen passende Authentifizierungsverfahren eingeführt und stärkere Passwörter angewendet werden, damit sowohl die Zugangsdaten als auch die sonstigen gespeicherten Daten richtig verschlüsselt werden. Außerdem müssen Netzwerk-interne Angriffspunkte berücksichtigt werden: Viele Geräte, wie zum Beispiel Fernseher, verbinden sich über Wi-Fi mit dem Internet. Daher sollten die Hersteller hier starke Verschlüsselungsalgorithmen einsetzen. Zudem muss die auf den Geräten programmierte Soft- und Firmware regelmäßig aktualisiert werden können und jedes Update sollte neueste Sicherheitsmechanismen beinhalten.