Bis vor kurzem hätte man sich kaum vorstellen können, dass eine einfache Barbie-Puppe eine Gefahr für die (Daten-)Sicherheit unserer Kinder sein könnte. Immer mehr Kinderspielzeug ist jedoch inzwischen mit dem Internet verbunden. Die Folge: Es wird anfällig für Cyberangriffe.

Ein aktuelles Beispiel ist die neue ‚Hello Barbie‘, die vom Spielzeughersteller Mattel produziert wird und seit November in den USA erhältlich ist. Der Clou: Die mit einem Mikrofon und einer WLAN-Schnittstelle versehene Puppe kann mit den Kindern sprechen. Die neue Barbie verfügt über bis zu 8.000 aufgezeichnete Redewendungen, mit deren Hilfe sie mit ihren Besitzerinnen kommunizieren kann.

Das Spielzeug muss mit einem Wi-Fi-Netzwerk verbunden sein, um die Audiodateien an die Server von ToyTalk zu senden, wo sie analysiert werden und eine geeignete Antwort ausgewählt wird. (Das Start-up ToyTalk aus San Francisco hat den Sprachassistenten für die Barbie entwickelt und zusammen mit Mattel die Antworten ausgearbeitet.) Die Nutzer, in diesem Fall die Eltern, müssen jedoch zuvor eine App herunterladen und einen Account bei ToyTalk einrichten, damit die Puppe sprechen kann.

Auf die vielfältige Kritik von besorgten Eltern, Datenschützern und Medien, die das neue Spielzeug als ein modernes Überwachungsgerät für das Kinderzimmer sehen und die Puppe als „Abhör-Barbie“, „Stasi-Barbie“ oder „Big Brother Barbie“ bezeichnen, antwortete Hersteller Mattel, dass sich das Mikrofon nur einschalten würde, wenn ein entsprechender Knopf gedrückt werde. Außerdem behauptet Mattel, dass „Eltern und Betreuer die Kontrolle über die Daten ihrer Kinder haben und diese über ihren Account verwalten können“. Jedoch sind die Server, wie auch bei anderen internetfähigen Geräten, möglichen Cyberattacken ausgesetzt.

Ein Beispiel für die Angreifbarkeit dieser Art von Spielzeugen ist das Datenleck, das vor kurzem bei VTech auftrat. VTech ist ein chinesischer Hersteller von elektronischem Spielzeug für Kinder, der auch Tablets, Mobiltelefone und Babyphones verkauft. Cyberkriminellen gelang es, die Daten von 5 Millionen Eltern und 200.000 Kindern von den Unternehmensservern zu stehlen. Die entwendeten Informationen beinhalteten Namen, E-Mail Adressen, Passwörter sowie Tausende von Fotos der kleinen Nutzer. Es wurden sogar die aufgezeichneten Unterhaltungen zwischen den Kindern und ihren Spielzeugen geraubt.

Mit dem wachsenden Anteil von elektronischem Spielzeug nimmt auch die Gefahr möglicher Datenlecks stetig zu. Einem Bericht der BBC zufolge erklärt Antony Walker von techUK – einem Zusammenschluss von mehr als 850 Technologie-Unternehmen in Großbritannien – dass im Prinzip jedes Gerät, das mit dem Internet verbunden ist, gehackt und als Spionage-Tool missbraucht werden kann. Auch Walker äußert in dem Bericht große Bedenken hinsichtlich der Gefahr, welche mit Kameras und Mikrofonen ausgestattete Spielwaren mit sich bringen.

Ziel solcher Warnungen ist nicht, Panik zu schüren oder die Menschen vom Kauf solcher Spielsachen abzuhalten. Jedoch ist es wichtig, auf die Risiken, die mit dieser Art von Geschenken verbunden sind, aufmerksam zu machen und Eltern zu einem wachsamen Umgang mit derartigem Hightech-Kinderspielzeug aufzurufen.

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