Im Dezember letzten Jahres hatte bereits ein Hackerangriff auf die Justus-Liebig-Universität Gießen stattgefunden. Damals konnten einige Systeme erst nach Wochen wieder hochgefahren werden. Letzten Donnerstag gab es nun einen Angriff auf die Ruhr-Universität Bochum (RUB) durch den ein Großteil der IT-Infrastruktur betroffen ist. Bereits morgens meldet die RUB „erhebliche Probleme“ mit der IT-Infrastruktur. Studierende und Mitarbeiter können auf viele Programme nicht mehr zugreifen. Prüfungen müssen verschoben werden.

Ransomware Angriff wurde bestätigt

Nachdem die IT- Experten der RUB erst einen Hackerangriff hinter den massiven Störungen vermuteten, wurde nun der Befall mit Ransomware als Ursache bestätigt. In der aktuellen Pressemitteilung berichtet die RUB von einem „Computerangriff mit einer Verschlüsselungssoftware“ bei dem vor allem „die Universitätsverwaltung“ betroffen sei.  Nach aktuellem Kenntnisstand sind Serversysteme, allerdings keine Nutzerdaten durch die Ransomware verschlüsselt.

Infolge der Infektion wurden alle zentralen Verwaltungssysteme heruntergefahren und eine Analyse wird durchgeführt. „Vom Ergebnis dieser Analyse wird schließlich auch abhängen, ob und wann die Server wieder hochgefahren werden“. Dadurch ist die Verwaltung der Universität aktuell stark eingeschränkt und die Zustellung von E-Mails über das Exchange-System nicht möglich. Telefonisch ist die Universität weiterhin „über die bekannten Nummern“ wie gewohnt zu erreichen.

Lehrbetrieb kann weiterlaufen

Der digitale Lehrbetrieb ist durch den Ransomware-Befall nicht betroffen und läuft normal weiter. Durch die Corona-Pandemie findet der gesamte Studienbetrieb im laufenden Sommersemester 2020 ausschließlich online statt. In den sozialen Netzwerken kursiert das Gerücht, dass es sich bei der Ransomware auf den Laufwerken um den Schädling Emotet handeln soll. Dies kann allerdings durch die RUB bisher nicht bestätigt werden.

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