Seit dem frühen Morgen haben alle Bürger der Bundesrepublik Deutschland die Möglichkeit die neue Corona-Warn-App herunterzuladen. Offizieller Anbieter ist das Robert-Koch-Institut. Die App ist in den Stores von Google und Apple verfügbar und die Nutzung ist für alle Bürger freiwillig. Sie soll bei der Nachverfolgung von Infektionen helfen und wird von Krankenkassen und Ärzten unterstützt.

Passend zu diesem Starttermin warnen Sicherheitsexperten und auch die Bundesregierung vor sogenannten Fake-Corona-Apps, die von Cyberkriminellen für böswillige Zwecke missbraucht werden. Wie bereits bei der Karte des Robert-Koch-Instituts, die die Verbreitung des Coronavirus weltweit zeigen sollte, tauchen aktuell viele Fake-Apps auf, über die Malware eingeschleust werden soll. Die Apps geben vor als legitime Corona-Warn-App aktuelle Informationen zur COVID-19 Pandemie zu enthalten. Einmal installiert, sind die Apps Einfallstore für Schadsoftware oder greifen die Daten der Nutzer ab. Die Experten von Check Point Research haben zuletzt 16 dieser Apps identifiziert, die unter den Bezeichnungen „coronavirus“, „covid19 oder „corona-apps“ auftauchten. Weiterhin nutzen die Kriminellen damit die Angst und Unsicherheit in Zeiten der Pandemie.

Fake-Apps über inoffizielle Kanäle

Offenbar werden diese Fake-Apps nicht über die offiziellen Kanäle, wie den Google Play Store verbreitet, sondern über andere Apps und Internetseiten. Seit Januar diesen Jahres wurden mehr als 50.000 neue Domains registriert, die einen Bezug zum Coronavirus haben. In dem zweiwöchigen Zeitraum der Untersuchung durch Check Point Research wurden mehr als 30.000 neue Domains entdeckt, von denen 131 (0,4%) als bösartig und 2.777 (9%) als verdächtigt eingestuft wurden. Die Wahrscheinlichkeit, Schadsoftware zu enthalten, liegt bei einer Website, die das Thema Corona beinhaltet, um 50 % höher als bei anderen Themen.

Wichtig ist daher, die offizielle Corona-Warn-App auch aus offiziellen Stores von Apple und Google herunterzuladen. Der beste Schutz vor diesen Fake-Apps ist, keine Apps von unbekannten Quellen downzuloaden. Auch bei dem Download aus dem Play-Store oder App- Store sollte man natürlich immer vorher ein kritisches Auge darauf haben.  Um Unsicherheiten zu begegnen, hat die Verbraucherzentrale einen Katalog von Fragen und Antworten zur neuen Corona-Warn-App zur Verfügung gestellt.  In anderen Ländern sind Corona-Tracing-Apps bereits im Einsatz. Die Erfahrung zeigt hier, dass nur ein geringer Teil der Bevölkerung tatsächlich die App heruntergeladen hat. Einer viel zitierten Studie der Oxford-Universität zufolge erfüllt die App allerdings erst bei einer Verwendung von 60% der Bürger ihren Zweck. Wissenschaftler gehen jedoch auch davon aus, dass jeder einzelne Nutzer eine positive Auswirkung mit sich bringt.