Seit vier Wochen hat das höchste Berliner Gericht mit den Auswirkungen der Emotet-Infektion zu kämpfen. In Folge dieses Cyberangriffs ist die elektrische Kommunikation im Rahmen des Notfallmanagements vom Landesnetz getrennt worden. Durch das Trennen des Systems aus dem Netzwerk wird deshalb wieder auf Telefon, Fax und Papier zurückgegriffen.

Am Mittwoch, den 30.10.2019 tagte der Rechtsausschuss – anzuhören war unteranderem Kammergerichtspräsident Bernd Pickel. „Wir leiden nicht mehr unter dem Virus, sondern unter der Therapie, die wir gemacht haben“, sagte Pickel. Der größte Schaden bestehe in der verlorenen Arbeitszeit – seitdem das Gericht vom Netz genommen wurde, arbeiten die Mitarbeiter wieder mit Kopierern, Klebstiften und Faxgeräten.

Dirk Behrendt, Berliner Justizsenator, erklärte vor dem Ausschuss, dass das Haus „sicherheitstechnisch nicht auf dem Stand“ gewesen sei, „auf dem es hätte sein müssen“. Es sei ein schwerfälliger Prozess, das Gericht weniger angriffsanfällig zu machen – jedoch soll dieser nicht am Geld scheitern.

Der Notbetrieb soll bis 2020 dauern

Das Fallbeispiel des Berliner Kammergerichts zeigt: Es muss jetzt reagiert werden! Sobald ein System von einem bösartigen Trojaner befallen wurde, sind Störungen im Betriebsablauf und wirtschaftliche Schäden vorprogrammiert. Die größte Schwierigkeit: Die Dimensionen des Schadens sind nicht abseh- und kalkulierbar. Was Emotet besonders maligne macht, ist seine Fähigkeit, seinen eigenen Code automatisch zu ändern, sodass er weit schwieriger für ein herkömmliches Antivirenprogramm ist, es zu erkennen.

Es gilt zu reagieren und eine fortschrittliche Cybersicherheits-Technologie zu verwenden: die präventiven Schutz gegen jede Art von bekannter und unbekannter Malware bietet, da deren Ausführung verhindert wird.