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Wenn es um Smartphones und den Austausch von Kurznachrichten geht, dann kommt heute kaum jemand an WhatsApp vorbei: Mit mehr als 800 Millionen aktiven Nutzern ist WhatsApp der unangefochtene Marktführer für Instant Messaging in der westlichen Welt. Allerdings gibt es auch immer wieder neue Kontroversen und Zweifel bezüglich der Sicherheit der beliebten App.

Von betrügerischen Kettenbriefen, über Anwendungen, die WhatsApp-Nutzer ausspionieren, bis hin zu fremden Schadprogrammen, welche die Beliebtheit des Instant Messengers ausnutzen und mit vermeintlichen WhatsApp-Angeboten locken – es scheint kein Ende zu geben für die Sicherheitsprobleme, mit denen die Verantwortlichen und die Nutzer von WhatsApp konfrontiert werden.

Anruffunktion von WhatsApp verletzt Privatsphäre der Nutzer

Jedoch gibt es auch ‚hausgemachte‘ Sicherheitsprobleme des populären Messengers. Dies bestätigt eine Studie, die von Forschern der Cyber Forensic Research & Education Group an der Universität von New Haven in den USA durchgeführt wurde. Dank eines neuentwickelten forensischen Tools fanden die IT-Wissenschaftler in New Haven heraus, dass WhatsApp unter anderem vertrauliche Informationen über den Nutzer und die Telefonate, die er führt, sammelt und speichert.

Keine dieser Informationen scheint wichtig für das Funktionieren des Messaging Services zu sein. Also müssen wir uns die Frage stellen, warum WhatsApp dies tut und warum dies nicht schon früher öffentlich bekannt gegeben wurde.

Der Untersuchung zufolge speichert das seit 2014 zu Facebook gehörende Unternehmen Aufzeichnungen über alle durchgeführten Anrufe, wer sie erhält, wann sie geführt werden und wie lange sie dauern. Außerdem vermuten die Autoren der Studie, dass während dieser Verbindungen auch Verschlüsselungscodes übertragen werden. Somit könnten die bisher aufgedeckten Verletzungen der Privatsphäre von WhatsApp-Nutzern nur die Spitze des Eisbergs sein, wenn es um Sicherheitslücken in dem Chat-Service geht.

Die Expertengruppe der Universität von New Haven hat andere Forscher dazu aufgefordert, das von ihnen entwickelte Tool zu nutzen. Sie hoffen, dass auf diese Weise weitere Sicherheitsverletzungen zutage gebracht werden, da ähnliche Praktiken bei anderen Messaging Diensten wie Facebook Messenger und Telegram zu befürchten sind.

Wieviel Sicherheit ist möglich, ohne das Nutzererlebnis zu sehr einzuschränken?

Erst kürzlich hat WhatsApp Maßnahmen ergriffen, um das Sicherheitsniveau seiner Nutzer zu erhöhen und ihnen ihre Privatsphäre zu garantieren. Diese Schritte umfassen die Einführung des kontrovers diskutierten Doppelhakens, spezielle Updates und ein stärkeres Verschlüsselungssystem.

Selbstverständlich gibt es weitere Möglichkeiten, den Messaging Service zukünftig sicherer zu machen. Damit WhatsApp weiterhin benutzerfreundlich bleibt, sind jedoch einige der gemeinhin empfohlenen Sicherheitsmaßnahmen nicht geeignet, da sie das Nutzungserlebnis zu sehr beeinträchtigen würden. Das ist ein schwieriger Balanceakt für das Unternehmen WhatsApp, das sich als größter und sicherster Instant Messaging Service auf dem Markt behaupten will.

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