Seit dem flächendeckenden Einzug der Smartphones in unsere Hand- und Aktentaschen, Schul-, Hosen- und Jackentaschen erfreuen sich auch Instant Messaging Services wie WhatsApp, Facebook Messenger, Snapchat oder Google Hangouts immer größerer Beliebtheit. Dass die meistgenutzten Messenger nicht automatisch die sichersten sind, darüber wurde schon oft berichtet. Mit einem niedrigen Schutzlevel für persönliche Daten und geringer Sicherheit für die versandten Nachrichten ermöglichen WhatsApp und Co. Hackern häufig ein leichtes Spiel, wenn es um den Diebstahl sensibler Informationen geht.

Zweifellos sind diese Messaging Services so weit verbreitet, dass man inzwischen kaum um deren Nutzung herumkommt. Denn egal ob Schule, Sportverein, Kollegen oder Freundeskreis – viele relevante Informationen werden heutzutage schnell und unkompliziert über die sogenannten Gruppenchats bekannt gegeben. Zudem sind die Messenger sehr einfach zu bedienen und wir haben uns so an sie gewöhnt, dass es einigen Aufwand erfordern würde, um mit einem alternativen Service ganz von vorne anzufangen.

tor-messengerWenn Sie trotzdem zu denjenigen gehören, die ein gewisses Maß an Unwohlsein bei der Nutzung der beliebten Chat Services haben, dann gefällt Ihnen vielleicht der kürzlich vorgestellte Tor Messenger: Diese neue Open Code (quelloffene) Software wurde mit dem Hauptziel entwickelt, die Privatsphäre beim Chatten besser zu schützen, jedoch ohne den Komfort und die Benutzerfreundlichkeit zu verlieren, die typisch für die beliebten Chat Services sind.

Tor Messenger bietet seinen Nutzern eine höhere Sicherheit, indem er die Chats in der Standardeinstellung nach dem als sicher geltenden OTR(Off The Record)-Protokoll Ende-zu-Ende-verschlüsselt. Auf diese Weise können nur Sender und Empfänger die Nachrichten entschlüsseln und lesen. Beim Abmelden aus dem Tor Messenger werden die Chats außerdem standardmäßig gelöscht, so dass keine Spuren der Unterhaltung auf den genutzten Geräten zurückbleiben. (Es besteht jedoch auch die Möglichkeit, die Protokollierung zu aktivieren.)

Zudem versprechen die Urheber von Tor den Nutzern einen einfachen Umstieg auf den neuen Messenger: Wer schon einen Account bei einem anderen Chat Service hat, kann diesen auch über den Tor Messenger verwenden, ohne ein neues Kundenkonto erstellen zu müssen. So können zum Beispiel Twitter, Yahoo, Facebook Messenger und Google Hangouts bereits mit Tor benutzt werden. Der Vorteil: Die Kontaktlisten bleiben erhalten.

Tor Messenger ist bereits als Beta-Version für Windows, OS X und Linux erhältlich. Beim ersten Start verbindet sich das Programm zunächst mit dem Tor-Netzwerk, was einige Minuten dauern kann. Wenn dieser Vorgang abgeschlossen ist, werden all Ihre Nachrichten über das Tor-Netzwerk verschlüsselt.

Die Grundlage für Tor bietet Instantbird, ein plattformunabhängiger Instant Messaging Client, der auf Mozillas XULRunner und der quelloffenen Bibliothek libpurple basiert und durch seine schlichte und übersichtliche Benutzeroberfläche besticht. Der größte Vorteil ist jedoch die Anonymität, die das Tor-Netzwerk bietet. „Es wird unmöglich sein, die Unterhaltungen auszuspionieren oder den Kommunikationspartner zu identifizieren“, versichert einer der Programmentwickler. Andere Services wie Ricochet und Pond bieten diese Sicherheit auch, doch fehlt ihnen der Komfort des Tor Messengers.

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